500 Jahre Reformation: Thema der Kolping-Regionalversammlung Ost

Norbert Grellmann, Kolping-Regionalsekretär, berichtet vom Treffen Ende Januar im St. Michaelshaus in Roßbach

Gruppenbild der Regionalversammlungsteilnehmerinnen und -teilnehmer. Foto: Joachim Kreuz

Roßbach/Naumburg, 30.01.2017: Traditionsgemäß trafen sich am letzten Januarwochenende die Vertreter der fünf ostdeutschen Kolping-Diözesanverbände zur Regionalversammlung Ost. Da die Reformation in Mitteldeutschland – also auf dem Gebiet der Region Ost – vor 500 Jahren ihren Anfang nahm, war dies Anlass, den Studienteil unter das Thema „Das 500. Reformationsgedenken im Blickwinkel des Verhältnisses der beiden großen Kirchen zueinander sowie Chancen und Herausforderungen der Ökumene heute und zukünftig“ zu stellen. Und ganz bewusst wurde mit Oberkirchenrat Christian Fuhrmann ein evangelischer Theologe als Referent gewonnen.

In einem sehr anschaulichen, offenen und tiefgehenden Vortrag, der immer wieder durch gute Diskussionen im Plenum bereichert wurde, machte der Referent deutlich, was im Gedenkjahr der Reformation wichtig ist. Zum ersten bedeutet dies, dass eine lange Epoche in den Blick genommen werden muss. Prägend dafür ist folgende Aussage von D. Wendebourg: „Von entscheidender Bedeutung ist…, dass durch die Reformation, die vor 500 Jahren angestoßen wurde, alle Seiten, die verschiedenen Zweige des sich ausbreitenden Protestantismus, aber auch der Katholizismus, fundamental betroffen und geprägt wurden.“

Fuhrmann machte deutlich, dass die Reformation zeitbedingt und kontextuell verstanden werden muss und die vier soli der Reformation – „Priestertum aller Getauften“, „Freiheit und Mündigkeit des Christenmenschen“, „Besinnung auf die Anfänge – Reformation“ und
„Luther will Reformen seiner Kirche als Kind seiner Zeit“ heute wieder neu buchstabiert werden müssen. In seinen Ausführungen ging dann der Referent auch auf die dunklen Seiten von Luther und der reformatorischen Bewegungen ein.

Interessant waren auch seine Aussagen zum Reformationsgedenken heute und die Auswirkungen auf die Ökumene. Er betonte, dass es das Erstes 100ter-Jubiläum im Zeitalter der Ökumene ist, was begangen wird. Und er versteht das Jubiläum als ein CHRISTUSFEST in ökumenischer Verbundenheit. Für die Zukunft wird es wichtig sein, dass wir Missverstehen und Unterstellungen überwinden in Achtung vor Vielfältigkeit und diversen Erfahrungen. Denn wir leben gemeinsam im säkularen, globalisierten Zeitalter. Und gemeinsam sollen sich Christen aller Konfessionen fragen: Was haben wir wie in unsere Zeit einzubringen?

An der Tischstirnseite (v.l.n.r.): Regionalpräses Dr. Wolfgang Křesák, der Referent der Tagung Oberkirchenrat Christian Fuhrmann, Regionalsekretär Norbert Grellmann und Regionalvorsitzender Andreas Brock. Foto: Michael Stengert

Das Schlusszitat des Referenten – überschrieben mit „Überwindung alter Bilder“ - wurde von allen Anwesenden geteilt und lautete: „Es reicht nicht aus, die Grundzüge einer Ökumene der Profile auszuspielen gegen die Ökumene der Gemeinsamkeiten. Wir brauchen beides – die Stärkung unsere Profile um in einer bunten Welt den Menschen in gemeinschaftlicher Bewegung das Evangelium nahe zu bringen. So verstehe ich Reformation 2017“.

Im eigentlichen Versammlungsteil mit den üblichen Regularien und Berichtsteilen standen auch Wahlen an. Mit überwältigender Mehrheit wurden Andreas Brock als Regionalvorsitzender und Dr. Wolfgang Křesák als Regionalpräses in ihren Ämtern bestätigt. Für den DV Görlitz zieht nun Carmen Thomschke in den Regionalvorstand ein. Bestätigt wurde auch Matthias Kretschmer (aus dem DV Dresden-Meißen) als Vertreter der Region Ost im Kuratorium der Gemeinschaftsstiftung des Kolpingwerkes Deutschland und in der neu eingerichteten Beitragskommission wird der ehrenamtliche Diözesansekretär des DV Magdeburg, Joachim Pruschek, unsere Region vertreten. Das Jugendbildungshaus des Bistums Magdeburg in Roßbach war wieder ein guter Gastgeber.

Norbert Grellmann