Faltboottour 2019

Kolpingjugend DV – Magdeburg Faltboottour 2019 

Zur Bootstour 2019 reisten wieder viele Leute von weit und einige von ganz weit her an. Die Anreise begann daher für die Ersten bereits am 28.05., welche dann beim Aufbau der Boote in Esperstedt und dann am 29.05. beim Verschiffen nach Burg mithalfen, während die Letzten am selben Tag erst gegen 23:30 Uhr eintrudelten, nicht zuletzt aufgrund schwieriger Verkehrsbedingungen. Die Zelte waren schnell aufgebaut, dank tatkräftiger Unterstützung untereinander, und dann gingen die Lichter auch langsam aus.


Der nächste Tag brach mit strahlendem Sonnenschein und dem hilfreichen Weckruf der Jugendherbergskollegen „Frühstück!“ an. So nach und nach versammelten wir uns an den Terrassentischen, genossen das Frühstück und packten uns die vorbereiteten Lunchpäckchen. Das Zu-wasser-lassen der Boote hat an diesem Tag ein bisschen gedauert, das letzte Mal war schließlich auch ein ganzes Jahr her, sodass wir erst kurz vor Mittag loskamen. Das Seifenhockeyspiel, was während unseres Bootsaufbaus neben uns ausgetragen wurde, könnte weiter zu unserer Ablenkung beigetragen haben. 


Als wir uns endlich auf eine dem olympischen Streckenplan angemessene Aufteilung der Boote geeinigt hatten, und alle im Wasser waren, sind wir erstmal zum nächsten Wehr gefahren, nur um festzustellen, dass man die Straße dort aufgrund von Bauarbeiten derzeit nicht überqueren kann und wir daher auf der anderen Seite nicht einsetzen können. Also wieder zurück auf der Hauptspree und wir setzten unsere Route auf dem „Scheidungsfließ" fort. Die Kanäle waren an einigen Stellen so schmal, dass man nicht mehr rudern, sondern nur noch durch den vorher gewonnenen Schwung mit eingezogenen Paddeln hindurchgleiten konnte. Das Ambiente der Gärten und alten Häuschen mit Reetdächern, war schwerst romantisch, einer Gondelfahrt in Venedig nicht unähnlich. 

Auf dem Weg zum nächsten Platz kamen wir durch eine Schleuse, wo die freundlichen Schiffer uns während des Schleusens mit einem eigens gedichteten Reim unterhielten und dafür liebevoll von allen Bootsfahrern entlohnt wurden. Mittagessen gab es dann etwas später auf einer sonnigen Wiese an einem Mühlrestaurant, das uns dann auch reichlich mit Getränken versorgte. Zurück ging es über das Scheidungsfließ wieder auf die Hauptspree und dann hatten wir für den ersten Tag ja auch schon viel geschafft. In der Jugendherberge wurden wir mit einem kräftigen Abendessen empfangen, was jedoch nicht allen ausreichte, um nicht mehr hungrig zu sein, wie wir beim anschließenden Wehrwolfspiel feststellen durften. Da im Anschluss massenhaft unschuldige Dorfbewohner zu betrauern waren, legte sich das Dorf schlafen, und hatte dann doch noch eine relativ ungestörte Nacht. 

Der Freitag brachte die längste Fahrt der Reise. Wir haben ordentlich Kilometer geschrubbt und sind bis zur Dubkow - Mühle geschippert, immer begleitet von Seemannsliedern und Wasserballschlachten auf den Booten. Von nahezu umkippenden, oder gänzlich untergehenden Booten ließen wir uns auch nicht aufhalten. In den Spreekanälen kann man stehen, wir haben es ausprobiert. Wenn Mehrere mit anpacken schafft man es dann auch, ein versunkenes Boot wieder aus dem Wasser zu hieven und mit dem Bierkrug langsam aber sicher auszuschöpfen. Nach dem Abendessen wurde bis zum Sonnenuntergang ein hitziges Fußballspiel ausgetragen, gefolgt von Codenames und Activity.

Am dritten Tag zogen wir zur Erholung von der anstrengenden Bootstour ins Freilichtmuseum, wo uns auch prompt ein paar Museumsgänger verloren gingen. Beim anschließenden Eisessen zu Ehren des Kindertages, trafen sich dann aber alle wieder, und dann legten wir noch eine kurze Strecke mit den Booten zurück. Hierbei gingen wir unterwegs von Bord und sammelten Wiesenblumen. Fiona hat einen wunderschönen Kranz geflochten, den wir dann bei einem Trauerlied für Rebecca, die im vergangenen Jahr bei einem Autounfall tragisch verstorben war, in den Kanal legten. In aller Stille ruderten wir von dort zur Jugendherberge zurück. Den Abend ließen wir mit Musik auf dem Zeltplatz ausklingen. 

Der Sonntag war dann auch schon der Abreise gewidmet. Die Boote wurden gesäubert, abgebaut und verladen, die Zelte und Menschen mehr oder minder ebenso, und nach einem emotionalen Abschied und dem Versprechen auf ein freudiges Wiedersehen im nächsten Jahr, zogen wir in alle Himmelsrichtungen davon. Text: Alessandra K.