Faltboottour 2021

Unterwegs auf der „Oberen Lahn“

Kolpingjugend- Faltboottour 2021 - Von Leun nach Dietkirchen

 

Am Mittwoch, den 25.08.2021 machten wir uns zum 7. Mal in Folge auf den Weg ein Stück deutsche Flussgeschichte zu erkunden. Erneut zog es uns wie bereits 2020 auf die Lahn. Allerdings widmeten wir unsere Aufmerksamkeit in diesem Jahr dem wildromantischen oberen Teil.

Zwölf junge und sich jung fühlende Menschen sowie ein paar Tagesgäste, versammelten sich aus vier Bundesländern im hessischen Lahntal auf dem Campingplatz in Gräveneck. Ein paar Gesichter sehen sich nur zum Anlass der Bootstour einmal im Jahr, entsprechend groß war die Ankommensfreude, sodass erst einmal die allerneusten Neuigkeiten ausgetauscht werden mussten, bevor es zum Aufbau der kleinen Zeltstadt kam. Bei Kartoffelsalat und Würstchen wurde der kommende Tag besprochen und in gemütlicher Runde klang der Abend entspannt aus.

Mit frischen Brötchen und duftenden Heißgetränken starteten wir am Donnerstag in den aufregenden und anstrengenden Tag. Denn heute wollten wir den Großteil unserer angestrebten Strecke zurücklegen. Flussaufwärts in Leun angekommen, fanden sich schnell die heutigen Bootsteams und die Besatzungen beluden ihr kleines Schiffchen für die Tagesreise. Tagesziel: 22 Kilometer Flussabwärts zurück zu unserem Campingplatz nach Gräveneck. Wie zu erwarten sind die Kräfte am ersten Tag und natürlich nach einer so langen Pause ohne Paddeln am Größten. Auch das sonnige Wetter spornte uns zu Höchstleistungen an. Highlights auf der Strecke waren die Stadt Weilburg mit dem einzigen Schifffahrtstunnel Deutschlands, die von Hand zu kurbelnden Schleusen und die Einblicke in die Natur mit ihren Lebewesen. Wir konnten Eisvögel, Nutrias, Reiher und natürlich ein paar Stockenten beobachten.

Kräftetechnisch mussten wir der Strecke allerdings unseren Tribut zollen und alle waren froh, als wir wieder in Gräveneck ankamen. Nach einer heißen Dusche schworen wir ausnahmsweise dem Campingkocher ab und besuchten das Restaurant direkt am Platz. Gesättigt, zufrieden und in Gedanken an die Erlebnisse des Tages, setzten wir uns noch einmal im Versammlungszelt zusammen, heute sollten aber schnell die Lichter bei allen ausgehen.

Bereits in der Nacht prasselte der Regen auf unsere Zelte. Nach einem reichhaltigen guten Frühstück waren die warmen, kuschligen Schlafsäcke aber schon fast vergessen und wir stellten uns der heutigen Wetterlage. Flexibilität ist ebenfalls eine unserer großen Stärken. Während wir am Vortag noch zwischen einer Wanderung oder einer weiteren Paddeltour schwankten, überzeugte uns der Blick in den Himmel eine weitere Tour auf dem Fluss zu wagen. Also ab aufs Wasser. Tagesziel: 15 Kilometer von Gräveneck nach Villmar. Ein paar Schauer, aber auch ein bisschen Sonnenschein und unsere gute Laune sollten unsere Wegbegleiter sein. Neben der Natur wartete auch dieser Tag mit ein paar hübschen Orten am Wegesrand auf. In Villmar angekommen, teilten wir uns wieder auf. Während sich eine Gruppe mit den Booten beschäftigte, fuhr die andere Gruppe zurück zum Campingplatz und bereitete eine wärmende, köstliche Käse-Lauchsuppe vor. Genau das Richtige bei dem Wetter. Wieder vereint am Platz besorgten unsere kleinen Feuerteufel noch Holz für ein gemütliches Lagerfeuer, welches auch prompt nach dem Abendessen entzündet wurde. Trotz dem leicht verregneten Tag konnten wir den Abend trocken am Lagerfeuer genießen und das Gefühl der Gemeinschaft auskosten.

Aufgrund von ein paar Partygästen aufdem Platz hatten nicht alle den nötigen Schlaf für unsere Samstagstour bekommen. Aber das war nichts, was ein paar frisch gebackene Eierkuchen nicht wieder ausgleichen konnten. Gestärkt ging es nach Villmar, um die letzte Etappe von Villmar nach Dietkirchen, dem Ausgangspunkt unserer Bootstour 2020, ca. 11 Kilometer, zurück zu legen. Dort angekommen wurden wir mit Kuchen und Snacks empfangen. Stolz konnten wir auf fast 50 Flusskilometer zurück blicken. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge begannen wir mit dem Zusammenpacken der Boote. Bei sonnigem Wetter warfen wir zurück auf dem Campingplatz den Grill an und genossen die Abendsonne. Am abendlichen Lagerfeuer starteten wir einen Rückblick durch die letzten sieben Jahre und begannen mit den Planungen für 2022. Es wird wohl deutlich südlicher werden, aber mehr wollen wir erst einmal noch nicht verraten.

Nach einem letzten großartigen Frühstück mussten wir uns nach einer erneuten besonderen Tour wieder voneinander verabschieden. Die Vorfreude überwiegt jedoch dabei dem Abschiedsschmerz und wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen dieser einzigartigen Gemeinschaft.

 

Immer eine Hand breit Wasser unterm Kiel !!!                                Euer Bootsteam 2021

                                                                                                              E.H.